dass zur Zeit meines Abflugs aus Buenos Aires das Lotsensystem bereits seit Wochen ausgefallen war und es dadurch schon zu 3 „Beinahe-Crashs“ kam. Das geht ja gar nich ! Boar, hätte ich das beim Start gewusst, dann hätte ich noch n’ zweiten Whisky bestellt…
Wie gut, dass ich nicht wußte…
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Adiós Montevideo – Wahlstation zu Ende
Die Rückreise nach Deutschland steht nun in einigen Tagen bevor. Rückblickend habe ich ein tolles Land mit vielen verschiedenen sympatischen Menschen kennengelernt. Mein Spanisch ist fließend geworden. Ich hatte die Gelegenheit Buenos Aires, den Norden Argentiniens, sowie die Wasserfälle von Iguazu in Brasilien und Argentinien zu sehen. In Uruguay waren Colonia de Sacramento, La Paloma und Punta del Este eine Reise Wert. Aber die Stadt Montevideo hat einen sehr großen Charme, viel Nostalgie und Flair. Alles in Allem ein wirklich unvergesslicher Aufenthalt. Aber nun freue ich mich auch wieder auf dem Wonnemonat Mai in Deutschland und den guten alten Spargel und an Erdbeeren. Man verlässt daher Südamerika wohl immer mit einem lachenden und weinenden (Ihr lieben Steaks, ich werde Euch vermissen) Auge.
Damit ist nun auch die Wahlstation des Referendariats beendet. Es bleibt aber kaum Zeit zum Luft holen, denn die nächsten mündlichen Prüfungen warten schon auf mich.
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Isch glaub isch krisch’ Gischt
Also man hört ja oft von Medizinern, dass zu viel Rindfleisch Gicht verursachen kann. Wenn dem so ist, dann kann ich froh sein, dass ich nun bald wieder Uruguay verlasse und zurück nach Hannover fliege. Mein Rindfleischkonsum dürfte sich in den letzten Monaten eklatant vervielfacht haben. Vor allen Dingen hat ja hier ein ordentliches Filetsteak mindestens 400 g Gewicht. Ich möchte lieber keine Statistik sehen, wieviel Steaks ich hier pro Woche so vertilgt habe. Man bekommt hier ja auch nix anderes als Grillfleisch
Na jedenfalls hoffe ich, dass sich meine „Gichtwerte“ (falls es sowas gibt) schnell erholen. Obwohl…….mein Zeigefinger knirscht so komisch…..
Heute habe ich doch tatsächlich in Montevideo an einer Häuserwand ein Graffiti gesehen, das mich gerade hier in Uruguay sehr erstaunt.
Dort hiess es übersetzt: „Fleisch ist Mord !“. Sollte es hier doch tatsächlich in Uruguay, im grössten Steakhaus der Welt, Fleischhasser geben ? Na ja, in Deutschland trinken ja auch nicht alle Bier.
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Whisky
Wenn man Abends in einer Bar sitzt oder am Samstag am Mercado del Puerto ein Steak ißt und in die Massen schaut oder ein wenig flaniert, dann fällt einem etwas ganz besonders auf: Die uruguayischen Männer saufen Whisky wie Wasser. Ich „muss“ mittlerweile auch jeden Samstag mit den Jungs da meine 2 Gläser wegschrauben. Aber die Jungs da, die trinken ein Glas nach dem anderern. Ob jung oder alt, es ist egal. Möglichst mit vielen Eiswürfeln bis an den Rand und noch einen Schuss Soda. Davon trinkt dann so ein Uruguayo an einem Nachmittag oder Abend sicher seine 4-5 Gläser. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Südeuropäer sowieso jeden Tag zum Essen viel Wein trinken, dann fragt man sich, wie dehnbar der Begriff des Alkoholismus ist. Wo fängt er an ? Die deutschen Mediziner definieren ja Alkoholismus schon mit „regelmäßigem Alkoholkonsum“. Dies ist alles und nichts. Ergo wären alle uruguayischen Männer Alkoholiker par exellence. Oder haben die Deutschen wiedermal nur einen übertriebenen Zwang zum Schutz der Bevölkerung ? Also ich zweifle mittlerweile an diesen Definitionen, wenn ich sehe, was hier in Südamerika gekippt wird. Die können doch nicht alle Alkoholiker sein. Ich habe daher meine eigene Definition: Alkoholiker ist, wer keinen Tag mehr ohne kann. Das nenne ich dann Sucht und ist für mich erst krankhaft. Also Ihr lieben Uruguayos ! Leber anschnallen und weitersaufen !
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Eine Irrfahrt durch Montevideo
Also sowas habe ich noch nicht erlebt. Ich war heute mal im Shopping Center, um noch evtl. ein paar letzte Einkäufe vor der bald anstehenden Rückreise zu tätigen. Als ich die Mall verließ nahm ich ein Taxi. Ich sagte dem Taxifahrer wie immer „Maldonado/Aquiles Lanza por favor“. Dann nahm das Unheil seinen Lauf, als er mir promt mitteilte, er wäre ganz neu und kenne sich hier in Montevideo nicht aus. Wo wäre denn die von mir angegebene Adresse, fragte er. Ich suchte schon nach einer versteckten Kamera. Na jedenfalls erklärte ich ihm den Weg, der nun wahrlich nicht einfach zu beschreiben ist, weil es auch nicht gerade ein kurzer ist von dem Shopping Center zu mir nach hause. Er rollte los. Nach 5 Minuten befanden wir uns in einer Gegend, die ich definitiv als mir unbekannt einstufen konnte. Er hielt an und fragte eine Oma nach dem Weg. Es ging weiter. Nun fragte er mich, ob die „Maldonado“ denn an der Rambla liege. Ich verneinte schockiert. Hatte der denn gar keine Ahnung ? Wo sei denn diese „Calle Aquiles Lanza“ fragte er. Ich antwortete, dass man in Montevideo kürzlich den Namen der Strasse „Yaguarón“ in „Dr. Aquliles Lanza“ umbenannt hätte, allerdings nur den Teil östlich der Avenida 18 de Julio. Der westliche Teil hiesse immernoch „Yaguarón“. Irgendwie war er glücklich den wohl ihm bekannten Namen „Yaguarón“ gehört zu haben und schoss sich voll darauf ein. Ich betonte noch einmal, dass es diese Strasse nur noch sozusagen „zur Hälfte“ gibt. Die verwirrte ihn nun vollends. Er hielt wieder an und fragte einen Mate trinkenden Uruguayo. Der blubberte irgendetwas. Der Taxifahrer nun wieder zu mir „Is das in der Nähe der 18. de Julio?“. Ich mittlerweile vor dem Nervenzusammenbruch mit der Fassungslosigkeit darüber, wie man so einen Taxifahrer auf die Mesnchheit loslassen kann, nickte nur noch. Sein Glück war, dass ich nun langsam begann, die Gegend wiederzuerkennen. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich ihm nun den Weg schildern. Er kenne diese Strasse nicht. Das mache dann 150 Pesos . Hierbei sei angemerkt, dass der „direkte“ Weg vom Montevideo Shopping Center nach hause ca. 80 Pesos kostet. Ich war einerseits heilfroh, endlich angekommen zu sein und nur noch entnervt, vielleicht habe ich auch gelacht, ich weiss es nicht mehr. Jedenfalls sagte ich ihm, wenn er das immer so machen würde wie mit mir, dann würde er reich werden. Ich gab ihm also die 150 Pesos (4,50 Euro) und sagte, dass er dringend mal die Stadtkarte studieren müsste. Er nickte. Ich haute mich erstmal aufs Bett. Also sowas…..
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Alle Neune – Kegeln in Uruguay
Man mag es kaum glauben aber der „Club Aleman“ in Montevideo hat vor einigen Jahren eine echte deutsche Kegelbahn aus Deutschland importiert und aufbauen lassen. Jeden Freitag von 20:30 bis 0:00 fighten die alten Herren des Clubs dort beim Kegeln gegeneinander. Ich durfte heute an diesem einzigartigen Spektakel teilnehmen. Der jüngste Teilnehmer war etwa 68 Jahre alt (ich ausgenommen), der Älteste 86 (und nicht der Schlechteste !). Im wahrsten Sinne des Wortes wurde da mit harten Bandagen gekämpft. Die Herren nehmen das nicht nur sehr ernst, sondern sie benutzen auch alle Tricks, um ihre körperlichen Zimperlein für den großen Tag in Vergessenheit geraten zu lassen. Da wir mit Bandagen am Knie, am Handgelenk oder aber am Oberschenkel garbeitet. Auch gesoffen wird, was das Zeug hält. Lustig ist es allemal. Der einzige Unterschied zum Kegeln in Deuschland ist der, dass hier in Uruguay nix automatisch läuft (Kegelaufzug, Rücklauf der Kugeln etc.). Für diese Aufgabe wurde eigens ein uruguayischer Student eingestellt, der ständig bei den 2 Bahnen wieder die Kegel in Windeseile aufstellen und die Kugeln zurücklaufen lassen muss. Respekt vor dieser körperlich unglaublichen Scheissarbeit. Der Junge hat geschwitzt wie kein anderer auf der Bahn. Alles in Allem ein lustiger Abend. Gut Holz !
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Jetzt wird es aber Herbst…
In den letzten paar Wochen erlebe ich hier den Herbst. Die Blaetter fallen schnell und faerben sich, die Temperaturen gehen bergab. Nachts und Abends ist es kalt (15 Grad) und am Tag vielleicht nur noch 22 Grad, wenn die Sonne scheint. Windig ist es auch. Ist schon komisch…mir ist nach Tee und Gebaeck zumute, waehrend in Deutschland gerade alles wie wild auf den Fruehling wartet. Na ja, is ja nich mehr lange.
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Misiones – Jesuitenreduktionen im Norden Argentiniens
Auf der Rückreise aus Foz do Iguacu fuhr der Bus durch die ganze nördliche Region Argentiniens, „Misiones“. Das Gebiet ist durch den Regenwald geprägt (Somit hat Argentinien alles zu bieten: Regenwald im Norden, die Anden im Westen, die patagonische Steppe im Süden sowie weiter im Süden Feuerland und das ewige Eis).
Die Jesuitenruinen in der Region „Misiones“ sind ein Rudiment der spanischen Conquistadores. Diese begannen Anfang des 17 Jahrhunderts die Indios zu missionieren. Dazu wurden 30 Städte gegründet, 7 in Brasilien, 8 in Paraguay und 11 in Argentinien. Ich habe die Ruinen von „San Ignacio“ besucht. Wer in der Gegend vorbeifährt, der sollte sich das anschauen. Die Ruinen sind ein Tor zur Zeit der Wurzeln des heutigen Südamerikas.
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Gigantisch !
Seit heute morgen bin ich nun von diesem sagenhaften Trip nach Brasilien und Argentinien zurück. Die Wasserfälle von Iguazu stellen ohne Frage die Niagarafälle in den Schatten. Schon die Umgebung der Cataratas ist eine ganz andere, nämlich Natur pur und kein Kommerz. Schön, dass die Pflanzen und die Tiere im Vordergrund stehen und nicht die Kohle. Die Fälle von Iguazu (Brasilianisch = Iguacu, Argentinisch = Iguazu) sind sowohl von der brasilianischen als auch von der argentinischen Seite aus sagenhaft. Meiner Meinung nach ist das Panorama auf der brasilianischen Seite etwas schöner, während die argentische Seite jedoch weit spektakulärer ist. Dort kommt man ganz nah an die „Garganta del Diablo“ (Teufelsschlund) heran. Hier fallen die grössten Wassermengen mit einer unglaublichen Kraft herab. Die Garganta erinnert stark an die Niagaras. Die Organisation der Parks ist unterschiedlich. Auf der brasilianischen Seite fahren in kurzen Abständen Busse zu den einzelnen Attraktionen während auf der argentischen Seite zu bemängeln ist, dass die dortige Bahn nur halbstündlich fährt. Komischerweise habe ich keine einzige Mücke getroffen, dafür aber umso mehr Schmetterlinge, die überall in aller Farbenpracht wie Moskitoschwärme herumflattern. Der auf in Brasilien gelegene Parque das Aves ist ebenso empfehlenswert. Wer einen sehr zahmen Tukan aus nächster Nähe betrachten will, kann dies dort tun. Aber Vorsicht ! Kehrt man ihm den Rücken zu und will ein Foto mit ihm machen, versucht der Kamerad mal ganz gerne, einem mit seinem Schnabel auf dem Kopf zu hacken. Schlangen gibt es in der Region auch reichlich. Eine Anaconda konnten wir sehen. Die zahlreichen Giftschlangen mieden unsere Gesellschaft (so z.B. die sehr schöne aber auch sehr giftige Korallenschlange; aus sicherer Entfernung hätte ich sie aber dennoch gerne mal gesehen).
Insgesamt ist eine Reise zu den Cataratas wärmstens zu empfehlen, besonders deshalb, weil man noch spührt, dass man sich in der weitgehend unberührten Natur befindet und mehr Wert auf das Wohlbefinden der Tiere gelegt wird als auf das schnelle Gel.
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Las Cataratas – Die Wasserfälle von Iguazu
So heute Mittag gehts los. Es wartet auf mich eine 17 stündige Busreise an die argentisch-brasiliansiche Grenze. Dort befinden sich die größten Wasserfälle der Welt im Nationalpark von Iguazú. Übernachten werde ich in der brasilianischen Stadt „Foz do Iguacú“. In Puerto Iguazú mündet der Río Iguazu in den Río Paraná. 20 km weiter flussaufwärts ist dann das goße Naturwunder zu sehen. Der Fluss zerfällt in mehrere hundert einzelne Wasserfälle, die bis zu 70 m tief hinabstürzen. Iguazú bedeutet „großes Wasser“ in der Sprache der Ureinwohner, der Guanarí. Die Fälle und damit auch der Nationalpark liegen im Regenwald. Zur Zeit beträgt die Luftfeuchtigkeit 76 % und die Temperatur 30 Grad Celsius. Der Park ist bekannt für seine riesige Artenvielfalt von Schmetterlingen und Vögeln, wie z.B. den Tucan.
Die Guanarí haben sich eine recht nette Geschichte für die Entstehung der Fälle ausgedacht:
Ein Guanarí Krieger „Caroba“ und das Mädchen „Naipur“ liebten sich. Der böse Schlangengott M’Boi liebte Naipur allerdings auch, weshalb Caroba und Naipur vor ihm flohen. Sie fuhren in einem Kanu auf dem Río Iguazú. Vor Wut schlug der Schlangengott mit seinem mächtigen Schwanz in das Flussbet. Dadurch entstand eine tiefe Schlucht, in die das Wasser hinabstürzte. Die beiden Liebenden stürzten in die Tiefe. Naipur verwandelte sich in einen Stein am Fusse der Fälle, während sich Caroba in einen riesigen Baum verwandelte.
Die Fälle haben eine Gesamtbreite von 2700 m. Im Schnitt stürzen 1700 m³ Wasser in der Minute herab. Zu Hochzeiten sogar 7000 m³. Es gibt ca. 275 Einzelfälle. Der Río de Iguazú bildet die Grenze zwischen Argentinien und Brasilien. Den gößeren Anteil der Fälle besitzen die Argentinier.
Am Freitag bin ich wieder da und werde wohl sehr schöne Fotos einstellen können. Allerdings ist viel Regen angesagt. Ich hoffe, es gibt ein paar „lichte Momente“ zum Fotografieren, und die Tiere sind nicht ganz verschwunden.
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